Avnav Installation

AvNav Installation

Software Versionen

Eine Beschreibung der Versionen und Links zu den Downloads finden sich im Release Dokument.

Für Eilige ist hier der Link zum aktuellen Image.

Um den Start zu vereinfachen, gibt es fertige Images für den Raspberry Pi. Ab Version 20220421 unterstützen die Images sowohl den sogenannten "headless" Betrieb - d.h. es ist weder Tastatur noch Monitor am Pi angeschlossen als auch einen Betrieb mit einem angeschlossener (Touch-) Bildschirm (gerne auch optional Tastatur und Maus).

AvNav ist von der Bedienung für Touch Geräte optimiert - aber man kann es natürlich auch mit Bildschirm, Tastatur und Maus bedienen.

Wie man die Images nutzt, hängt also vom Anwendungsfall ab. Im "headless" Betrieb wird der Raspberry nur als Server eingesetzt, die Anzeige erfolgt dann z.B. auf Mobilgeräten. Für diesen Fall reicht ein Raspberry Pi 3B(+). Wenn ein Monitor und Peripherie wie Tastatur und Maus direkt an den Raspberry angeschlossen werden, sollte man einen Pi4 mit mindestens 2GB Speicher wählen.

Wenn man ein komplettes Desktop System mit vielen weiteren Anwendungen haben möchte, kann die OpenPlotter-Variante eine gute Basis sein. Dafür empfiehlt sich ein Pi4 mit 4GB Speicher. Auch 2GB Arbeitsspeicher wird ausreichen - dann bleibt aber nicht viel Raum für zukünftige Anforderungen.

Die früher vorhandenen speziellen AvNav Touch images werden leider nicht mehr weiter gepflegt.

AvNav Images(vormals HeadlessImages)

Diese Images werden von BlackSea gepflegt (vielen Dank...). Eine Beschreibung findet sich auf seiner Webseite.

Unter Windows/Linux/OSx lädt man das Image von free-x herunter und transferiert es wie unter http://www.raspberrypi.org/downloads (raw images) beschrieben auf eine SD Karte.

Diese Images enthalten

Die Images sind so vorkonfiguriert, dass NMEA0183-Daten von allen Interfaces zu AvNav und von dort zu SignalK geleitet werden. AvNav holt sich zusätzlich alle Daten von SignalK und kann diese anzeigen. Für Details zur SignalK Integration siehe die Beschreibung.
NMEA2000-Daten laufen über Canboat zu SignalK und zu AvNav.
Für Details zu canboat siehe CanBoatAndSignalK.

Image Vorbereitung

neu ab Version "20210322", erweitert ab Version "20220421"

Bevor die fertig vorbereitete SD-Karte im Raspberry verwendet wird, sollte man einige Einstellungen anpassen. Das gilt vor allem für Passworte:
Die Images haben eine Konfigurationsdatei "avnav.conf". Sie findet sich in der ersten Partition der SD-Karte (Boot-Partition). Diese Datei kann mit einem Texteditor angepasst werden.
Dort kann auch eingestellt werden, ob ein lokaler Bildschirm genutzt werden soll ("Touch Variante")

Einfacher geht es mit einer kleinen Web-Oberfläche hier.

Die Bedeutung der Felder:

Name Default Beschreibung
Wifi SSID avnav Der Name des WLAN-Netzwerks, das der Raspberry erzeugen soll. Die Images sind so vorbereitet, dass man durch Einstecken von WLAN-Adaptern auch weitere Netzwerke erzeugen kann. Daher wird eine einstellige Nummer an den Namen angefügt.
Wifi Password avnav-secret Das Passwort für das WLAN-Netzwerk. Das sollte in jedem Falle geändert werden. Jeder, der sich mit dem WLAN verbinden kann, kann damit auch die Navigation beeinflussen!
User pi password raspberry Das ist das Passwort für den Nutzer "pi". Dieser Standard- User wird genutzt, wenn man sich per SSH verbindet oder wenn man direkt per Monitor und Tastatur auf den Raspberry zugreift. Das Passwort für den User "pi" sollte ebenfalls unbedingt geändert werden.
Configure MCS aus Wenn diese Optoin aktiviert ist, wird beim nächsten Bootvorgang die notwendige Software für den Marine Control Server von GeDad aktiviert. Die Änderung der Einstellung führt dann zu einem automatischen Reboot, wenn der Raspberry das erste mal mit dieser Einstellung startet.
TimeZone Europe/Berlin Die Zeitzone, die im Image genutzt werden soll.
WifiCountry Germany Das Land (muss für den Wifi Adapter aus legalen Gründen gesetzt werden)
InternalWifi as Client aus Wenn eingeschaltet, wird der interne Wifi Adapter des Pi nicht als Access Point definiert, sondern kann sich mit anderen Netzwerken verbinden.
Achtung: Das erfordert eine andere Möglichkeit, um auf den Pi zugreifen zu können - siehe [Verbinden mit dem Raspberry].
KeyboardLayout German Layout für eine angeschlossene Tastatur (Kommandozeile und X)
KeyboardType Generic 105-key PC(intl.) Typ der angeschlossenen Tastatur
TouchSupport
(ab 20220421)
aus Wenn eingeschaltet, startet ein X-Server mit einem Firefox Browser im Kiosk Modus. Über einen Button in AvNav kann auf einen anderen "Bildschirm" gewechselt werden, über den File Manager, Terminal u.ä. verfügbar sind.
Display DPI
(ab 20220421)
96 Nur für den lokalen Bilschirm.
Die dots/inch für das angeschlossene Display. Beim Klick öffnet sich ein kleiner Rechner, in dem die Abmessungen des Bildschirmes in mm und Pixel angegeben werden können, daraus wird der DPI Wert berechnet.
Basierend auf diesem Wert, werden einige Anzeige-Elemente skaliert.
OnScreen KeyboardHeight
(ab 20220421)
7 Die Höhe einer Tastenzeile beim angezeigten OnScreen keyboard. Bei korrekter DPI Einstellung sollte dieser Wert ein guter Kompromiss sein.
Wenn man den Wert sehr gross wählt, bleibt u.U. bei angezeigter Tastatur nicht mehr genug Bildschirmfläche...
HideCursor
(ab 20220421)
an Verbergen des Cursors auf dem lokalen Bildchschirm. Wenn mit einer Maus gearbeitet werden soll, muss dieser Schalter auf "aus" gesetzt werden.

Nach dem Eintragen der Werte kann man durch Klick auf den "download"-Button die "avnav.conf"-Datei herunterladen. Diese muss in die erste Partition der SD-Karte gespeichert werden. Eine eventuell dort vorhandene Beispieldatei muss überschrieben werden! Diese Partition muss dazu natürlich auf dem Computer sichtbar sein. Unter Windows wird man in der Regel nur die erste Partition sehen können. [Eventuell muss man dazu nach dem Schreiben des Images die SD-Karte noch einmal enfernen und wieder einstecken.] unklarer Satz, warum muss man das?

Es empfiehlt sich daher, die "avnav.conf"-Date noch einmal an einem sicheren Platz zu speichern, um sie ggf. beim Erzeugen einer neuen SD-Karte wiederverwenden zu können.

Nun kann man die SD-Karte in den Raspberry stecken und ihn starten. Der erste Boot kann einige Zeit dauern, da das gesamte Dateisystem auf der SD-Karte erzeugt werden muss. Je nach den Einstellungen in der Konfiguration wird der Raspberry noch ein weiteres Mal neu starten.

Wenn der Raspberry seine Systemeinrichtung endgültig abgeschlossen hat, kann man sich mit ihm verbinden.

Verbinden mit dem Raspberry Pi

Wenn das Image für einen lokalen Bildschirm konfiguriert wurde, kann man natürlich direkt mit einem angeschlossenen Bildschirm, ggf. noch Tastatur und Maus arbeiten.

Allerdings sollte man auch diesem Falle eine der hier im Folgenden beschriebenen Verbindungen vorbereiten - die braucht man eventuell in Fehlersituationen.

Prinzipiell kann man sich auf mehrere Arten mit dem Raspberry verbinden:

  1. per Ethernet-Kabel
    Das geht entweder durch Anschluss einen einen Router oder Switch oder über eine einfache Verbindung z.B. direkt zu einem Laptop.
  2. per internem WLAN
    Standardmässig macht der Pi einen Access-point mit der in der Konfiguration gewählten SSID auf. Er hängt dort jeweils noch eine nummer an (falls man weitere WLAN Adapter anschliesst, kann man auch mehrere Access Points erzeugen).
  3. per USB von einem Android Gerät
    Moderne Android Geräte haben meist eine "USB-Tethering" Funktion, über die man das WLAN oder die Mobilfunk-Verbindung per USB weitergeben kann (leider meist nur Geräte mit Mobilfunk).
    Über diesen Weg kann man sich auch mit dem Pi verbinden.
  4. Über ein anderes WLAN.
    Das erfodert aber zunächst eine der anderen Verbindungsmöglichkeiten, da man die Zugangsdaten einstellen muss. Ausserdem erfordert es einen zusätzlichen WLAN Adapter, der ein eine bestimmte USB Buchse gesteckt werden muss (ausser man hat in der Konfiguration "Internal Wifi as Client" gewählt).

Verbindung per Ethernet Kabel

Wenn man den Pi mit einem Router verbindet (z.B. im Heimnetz) dann erhält er von diesem eine IP Adresse. Über diese Adresse kann man sich mit dem Pi verbinden.
Da es oft mühsam ist, diese Adresse herauszufinden, macht sich der Pi im Netz per mDNS (Bonjour, Avahi) bekannt.
Auf diese Weise kann man sich z.B. mit einem Browser einfach zu AvNav verbinden:

http://xxxx.local:8080

xxx ist dabei der in der Image Konfiguration gewählte Hostname.
Auch ein Zugang per SSH (unter Windows z.B. per putty) íst auf diese Weise möglich - das Zugangs-Passwort für den Nutzer pi wurde ja in der Image Konfiguration gesetzt.

Falls man sich mit einem Netzwerkkabel direkt z.B. mit einem Laptop verbindet, wird der Pi nach einiger Zeit selbständig eine IP Adresse aufsetzen. Das kann 1...2 Minuten dauern. Diese gehört zum sogenannten Automatic Private IP Addressing Bereich 169.254.x.x. Die meisten Desktop Systeme unterstützen das ebenfalls (unter Linux muss man es ggf. explizit anschalten).
Wenn also der Laptop auch auf seinem Ethernet Interface eine solche Adresse aufgesetzt hat, sollte eine Verbindung wie beschrieben per xxxx.local funktionieren.

Falls der Zugriff über die xxx.local Adresse nicht funktionieren sollte, muss man versuchen, die IP Adresse des Pi zu ermitteln (z.B. in der Administration des heimischen Routers).

Verbindung über das eingebaute WLAN

Man kann das WLAN-Netzwerk verwenden, das der Raspberry erzeugt hat. Die SSID und das Passwort wurden wie oben beschrieben in der Datei "avnav.conf" definiert (mit noch einer angehängten Nummer).

Auch hier steht man vor dem Problem, zunächst die IP-Adresse des Pi herauszufinden. Wie schon beim Ethernet Zugang beschrieben, sollte auch hier der Zugriff per mDNS funktionieren.

http://xxx.local

Falls das nicht funktioniert, kann man es mit den festen IP Adressen 192.168.30.10, 192.168.40.10, 192.168.50.10, 192.168.60.10 versuchen:

http://192.168.30.10


Das sollte die Hauptseite von AvNav laden. Es sollte auch möglich seine, xxxx.local zu benutzen, wenn man sich mit dem Raspberry per SSH verbinden will (z.B. putty unter Windows).

Eine Einschränkung bleibt: Leider funktioniert xxx.local nicht auf Android-Geräten. Daher empfehle ich, dort ein Tool zu nutzen, das mDNS nutzen kann - einen BonjourBrowser . Für IOS gibt es ein  vergleichbares Tool - auch wenn dort der Eintrag "xxx.local" im Browser funktioniert. Man wird seinen Raspberry mit dem AvNav-Image in den Browsern unter dem Namen "avnav-server" finden. Typischerweise wird man noch einen zweiten Eintrag "avnav" sehen - dahinter verbirgt sich der SignalK-Server auf dem Raspberry.
Wenn man seinen Raspberry im Bonjour-Browser sehen kann, der Aufruf der Seite dann aber fehlschlägt, kann es an einer Besonderheit von Android liegen, wenn zusätzlich z.B. per Mobilfunk eine Internet-Verbindung aktiv ist. In diesem Falle sollte man mobile Daten zeitweilig abschalten.

Ab der Version 1.12 unterstützt die Android BonjourBrowser app auch SSH. Das AvNav Image (ab 20220421) macht auch seinen SSH Zugang per mDNS bekannt. Wenn man unter Android dann noch einen passenden SSh client installiert (beispielsweise JuiceSSH) kann man sich auf diese Weise auch per SSH mit dem Pi verbinden. Das ist für ein normales Arbeiten meist nicht so komfortabel - aber für den Notfall kann man so ein paar Kommandos eingeben.

Wenn man sich per SSH verbindet, ist der Nutzername "pi". Das Nutzer-Passwort wurde in der Datei "avnav.conf" (hoffentlich) gesetzt. .

Wenn das in der Konfiguration gesetzte Passwort nicht funktioniert, kann man noch einmal das Default-Passwort versuchen. Es lautet "raspberry". Eventuell wurde die avnav.conf zuvor nicht korrekt gespeichert.
Eine Root-Shell kann man mit sudo -i erhalten.

Verbindung von Android über USB

Dazu benötigt man ein Android Gerät, das USB Tethering unterstützt (meist bei den Verbindungseinstellungen). Nachdem man das Gerät per USB mit dem Pi verbunden hat, muss man das USB Tethering einschalten (wird meist automatisch wieder ausgeschaltet, wenn man die Verbindung trennt).
Neben der Möglichkeit, den Pi so mit dem Internet zu verbinden, kann man auch auf den Pi mit dem Browser oder per SSH zugreifen. Da auch wieder die Ermittlung der IP Adresse erfolgen muss, empfehle ich wieder die Bonjour Browser App zu installieren - siehe unter WLAN. Für SSH Zugriffe ebenfalls wieder JuiceSSH.

Über diesen Weg kann man auch auf den Pi zugreifen, falls z.B. das WLAN nicht funktioniert. Im BonjourBrowser wird man 2 http: Adressen finden (Port 8080 für AvNav und Port 3000 für SignalK). Dazu (ab 20220421) noch einen SSH Zugang.

Verbindung über ein anderes WLAN

Wenn man wie unten beschrieben eine WLAN Verbindung zu einem anderen Netzwerk eingerichtet hat (erfordert einen WLAN Stick oder Umschaltung des internen WLANs auf Client), kann man den Zugriff auf den Pi über dieses Netzwerk freigeben ("external access" beim Aufsetzen).

Das sollte man aber nur in einem geschützten Netzwerk tun (z.B. das Netz eines eigenen LTE Routers). Auf keinen Fall sollte man das in einem öffentlichen WLAN erlauben - der Zugriff ist nicht geschützt und prinzipiell kann jeder aus dem Netz auf den Pi zugreifen.

Wenn man mit dem client Netzwerk verbunden ist, kann man wieder wie unter WLAN beschrieben auf den Pi zugreifen.

Pi mit dem Internet verbinden

Für einige Funktionen (z.B. update von Software) benötigt der Pi eine Internet Verbindung. Diese wird natürlich nicht für die grundlegenden Navigationsfunktionen benötigt.

Vor der Image Version 20220421 ist dabei zu beachten, das der Pi nicht automatisch seine Zeit einstellt, wenn kein GPS angeschlossen ist. Das kann bei vielen Internet Zugriffen zu Problemen führen.
Ab der Version 20220421 synchronisiert der Pi nach einer Wartezeit automatisch seine Zeit mit dem Netz (ntp).

Für die Verbindung zum Internet gibt es die folgenden Möglichkeiten:

  1. Ethernet Verbindung zu einem Router
  2. Verbindung über ein anderes WLAN
  3. Verbindung über ein per USB angeschlossenes Android Gerät

Der Pi stellt seine Internet-Verbindung grundsätzlich über sein eigenes WLAN auch verbundenen Geräten zur Verfügung.

Verbindung über Ethernet Kabel

Hier wird der Pi über ein Ethernet Kabel an einen Router angeschlossen.
Dazu ist auf dem Pi nichts weiter einzurichten, das sollte automatisch gehen.
Auf einigen Pi3 kann es vorkommen, das ein Netzwerkkabel was erst nach dem boot angeschlossen wird, nicht richtig erkannt wird. In diesem Falle den Pi mit angeschlossenem Netzwerk neu starten.

Verbindung über ein anderes WLAN

Dazu wird ein weiterer WLAN Adapter (USB Adapter) benötigt. Bitte vorher die Kompatibilität mit dem Pi prüfen - z.B. hier.

Der Stick muss wie im Bild gesteck sein (auf dem Pi4 die blaue USB Buchse an der Platinen-Seite).
Der interne Name des Netzwerk-Interfaces ist wlan-av1. 

Alternativ kann in der Image-Konfiguration "InternalWifi as Client" gesetzt werden, damit wird der interne WLAN Adapter für die verbindung zu anderen Netzten verfügbar. Dann benötigt man aber einen anderen Zugriff zum Verbinden mit dem Pi da er keinen Access Point mehr aufmacht.

Man kann die Verbindung zu einem WLAN in der App konfigurieren.
Bei jedem WLAN, mit dem man sich verbindet, kann man auswählen, ob ein Zugriff auf den Pi von aussen möglich sein soll ("external access"). Wenn das nicht ausgewählt ist, kann über dieses WLAN nicht auf AvNav zugegriffen werden. Bitte die Hinweise zum Zugriff beachten.

Verbindung über ein per USB angeschlossenes Android Gerät

Wie bereits beim Zugriff beschrieben, kann man ein Android Gerät mit USB Tethering verbinden. Intern ensteht ein Netzwerkinterface usb0.
Darüber kann der Pi ebenfalls auf das Internet zugreifen.

Das kann eine einfache Möglichkeit sein, wenn man den Zugriff nur temporär braucht und keinen zusätzlichen WLAN Adapter zur Verfügung hat.
Falls man vorher anders mit dem Internet verbunden war, kann es sein, das der Pi die USb Verbindung erst nach einem Neustart wirklich nutzt (Achtung: USB Tethering auf dem Android Gerät wieder einschalten, wird beim Pi-Neustart normalerweise ausgeschaltet).


Technische Details

Der Raspberry wird ein (oder mehrere) WLAN-Netzwerke aufsetzen, eines mit dem internen Adapter und weitere mit potentiell gesteckten WLAN-Sticks. Diese Netzwerke haben die Adressen:192.168.20.0/24, 192.168.30.0/24, 192.168.40.0/24, 192.168.50.0/24. Der Raspberry selbst hat dabei jeweils die Adresse 192.168.x.10.

Auf dem Raspberry wird dazu ein DHCP-Server und ein DNS-Server eingerichtet (dnsmasqd).

Wenn der Raspberry über ein Ethernet-Kabel verbunden wird, versucht er per DHCP eine Adresse aus dem Netzwerk zu erhalten. Er setzt dann eine NAT-Weiterleitung aus seinem WLAN-Netz zum Ethernet auf. So kann z.B. eine Internetverbindung aufgebaut werden, während man in das WLAN des Raspberry eingewählt ist.

Für die meisten Aktionen sollte ein Kommandozeilen-Zugang jedoch nicht erforderlich sein. Für Updates nutzt man das bereits vorinstallierte Update-Plugin. Die Server-Konfiguration kann innerhalb der App auf der Server/Status-Seite vorgenommen werden.

Image mit Bildschirm

In früheren Versionen gab es ein eigenes AvNav Touch Image.
Dieses wird jedoch nicht mehr weiter gepflegt.
Ab der Versiion 20220421 wurde daher der Support für einen angeschlossenen Bildschirm (mit dem Schwerpunkt touch) in die AvNav images integriert.

Wie unter Vorbereitung beschrieben, kann man die Unterstützung für einen Bildschirm dort aktivieren.
Wenn das dort eingeschaltet wurde, startet ein service "avnav-startx". Dieser erzeugt einen lokalen X Server, eine Nutzer-Sitzung für den Nutzer pi mit openbox als Fenster-Manager und Firefox im Kiosk Mode.

Als Bildschirm-Tastatur (On Screen Keyboard) wird onboard verwendet.

Auf der AvNav Hauptseite (und auf einigen anderen Seiten) wird ein "Raspberry" Button angezeigt, mit diesem wechselt man auf einen zweiten virtuellen Bildschirm, auf dem man einen Dateimanager, ein Terminal und verschiedene weitere Tools findet.
Das System ist ganz bewusst nicht als ein komplettes Desktop-System ausgelegt, um möglichst Resourcen schonend zu arbeiten.

Da man an die Systemtools nur über den Button in der AvNav app herankommt, ist es sinnvoll, sich einen weiteren Zugang zum Pi wie weiter oben beschrieben zuzulegen.
Damit kann man im Fehlerfall auf das System zugreifen.
Ein Restart der Nutzeroberfläche von der Kommandozeile kann mit

sudo systemctl restart avnav-startx

erfolgen.
Falls Firefox einmal nicht mehr richtig starten möchte, kann man das Nutzerprofil entfernen. Das wird beim nächsten Start neu angelegt.
Achtung: AvNav Einstellungen, die nicht auf dem Server gespeichert wurden, gehen dabei verloren.

sudo systemctl stop avnav-startx
rm -rf /home/pi/.mozilla/firefox/avnav
sudo systemctl start avnav-startx


Paket Installation

Dank Oleg gibt es  fertige Paket-Repositories, die man in sein Debian-Linux einbinden kann. Das geht auf dem Raspberry Pi - aber auch auf jeder anderen Debian-Variante (z.B. Ubuntu).
Informationen dazu findet man wieder in seiner Beschreibung.

Die Paketquellen bindet man wie folgt ein. Das ist nur nötig, wenn man nicht das AvNav-Image nutzt.

wget https://www.free-x.de/debian/oss.boating.gpg.key sudo apt-key add oss.boating.gpg.key wget https://www.free-x.de/debian/boating.list sudo cp boating.list /etc/apt/sources.list.d/
sudo apt-get update

Für die Installation auf einem Linux System muss man nach Einbindung der Paketquellen die folgenden Schritte ausführen:

sudo apt-get install avnav

Danach kann man als beliebiger Nutzer mit dem Kommando
avnav
den Server starten.
Mit
sudo systemctl enable avnav sudo systemctl start avnav
kann man AvNav mit dem Benutzer "avnav" automatisch beim Systemstart aktivieren.
Alternativ kann man auch die Debian-Pakete direkt von der Download-Seite herunterladen:

Nach dem Herunterladen kann man die Pakete auf einem raspberry pi mit

sudo apt install ./avnav_xxxxxxxx_all,deb
installieren.

Falls man sein raspberry pi System vergleichbar zu unseren Images aufsetzen möchte, kann man dazu noch das "avnav-raspi"-Paket installieren.
Das ändert die Netzwerk-Konfiguration so , wie AvNav das möchte, sorgt dafür, das AvNav unter dem Nutzer "pi" startet und aktiviert das Einstellen der Systemzeit sowie das Verwalten von WLAN client Netzwerken.

Ich würde in jedem Fall empfehlen, das AvNav Update-Plugin zu installieren - aus dem Paket Repository mit
sudo apt-get install avnav-update-plugin

oder mittels Download von  GitHub.

Wenn man nicht das "avnav-raspi"-Paket installiert, man aber AvNav mit einem anderen Nutzer als "avnav" - also z.B. dem Nutzer pi starten möchte,  braucht man einige zusätzliche Schritte.

Man kann dann als Nutzer "pi" AvNav einfach von der Kommandozeile starten lassen.
Wenn man AvNav als "systemd service" laufen lassen möchte, sollte man das Verzeichnis:
/usr/lib/systemd/system/avnav.service.d
anlegen und dort die Datei raspberry.conf hinein kopieren.
Die Zeile 5 in der Datei muss dann noch etwas abgeändert werden, da das dort angegebene Template für die avnav_server.xml nicht existiert.
Also muss geändert werden in:
ExecStart=/usr/bin/avnav -q -b /home/pi/avnav/data -t /usr/lib/avnav/avnav_template.xml
Danach kann man mit den Kommandos
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable avnav
sudo systemctl start avnv

Avnav als Systemdienst starten. Wenn man diese Datei nicht anlegt/kopiert, wird AvNav nicht mit den Nutzer "pi", sondern mit dem Nutzer "avnav" arbeiten.

Wenn man auch die Karten-Konvertierung auf dem Linuxrechner mit einer kleinen GUI machen möchte, muss zusätzlich das Paket "python3-wxgtk3.0" installiert werden. Dann muss man AvNav mit

avnav -g
starten. Das sollte im Normalfall aber nicht nötig sein, man kann auch direkt in der App die zu konverierenden Karten hochladen.

OpenPlotter

Für OpenPlotter gibt es eine komplette Integration von AvNav (Dank an e-sailing). Im Repository https://www.free-x.de/deb4op/ , das bereits standardmäßig mit OpenPlotter 2 (und 3) kommt, sind die notwendigen Pakete bereits vorhanden. Somit kann man sie einfach installieren:

sudo apt update sudo apt install openplotter-avnav

Seit 2021/03 ist AvNav offiziell in OpenPlotter verfügbar. So sollte nach einem Update von OpenPlotter "openplotter-avnav" bereits verfügbar sein.

Das Paket "avnav-raspi_xxx.deb" sollte man auf OpenPlotter nicht installieren, weil es sich nicht mit den Netzwerkeinstellungen von OpenPlotter verträgt. Innerhalb der OpenPlotter-AvNav-Konfiguration kann man den HTTP-Port für AvNav ändern, wenn es Probleme mit anderen Apps geben sollte. Die Defaultwerte sind: :8080 für den Browserzugriff, :8082 für ocharts.

Wenn man AvNav mit der OpenPlotter-App installiert, empfängt AvNav alle NMEA-Daten von SignalK und sucht nicht selbst nach USB Geräten. Alle Geräte-Konfigurationen oder Schnittstellen-Einrichtungen können so direkt in OpenPlotter und SignalK vorgenommen werden.

Windows

Für Windows gibt es einen Installer. Dieser wird nicht bei jedem Release neu ausgeliefert. Die aktuelle Version findet man hier.
Es empfiehlt sicht, den "AvNavNetSetup-jjjj-mm-dd-0.exe"-Installer zu verwenden, da dieser die eigentliche Software nachlädt und somit eine Möglichkeit bietet, jeweils die neueste AvNav-Version zu installieren, ohne den Installer selbst neu herunterladen zu müssen.
Die Windows-Version ist primär auf die Karten-Konvertierung ausgelegt, bietet aber die volle Funktionalität und kann somit auch zur Navigation unter Windows verwendet werden. Wie bei allen anderen Versionen bietet auch die Windwos-Version den Zugriff per Browser von anderen Geräten aus über das Netzwerk..